Quallen gehören zu den ältesten Lebewesen der Welt, die auch heute noch leben. Des weiteren bieten sie eine riesige Auswahl innerhalb ihrer Art. Zur Zeit sind etwa 10.000 verschiedene Quallenarten bekannt und jährlich werden mehrere neue entdeckt. Hier sind 10 spannende Fakten über Quallen, die du bestimmt noch nicht kanntest!

Fakten über Quallen

1. Quallen haben kein Gehirn oder Herz und bestehen zu 98% aus Wasser

Quallen passen perfekt ins Meer. Ihre Körper bestehen zu 98% aus Wasser. Wenn sie an den Strand gespült werden und sterben, verdampfen sie innerhalb weniger Stunden und sind komplett verschwunden. Sie haben ein rudimentäres Nervensystem, ein loses Netzwerk von Nerven in der Epidermis, das „Nervennetz“ genannt wird, aber kein Gehirn. Sie haben auch kein Herz; ihre gallertartigen Körper sind so dünn, dass sie allein durch Diffusion mit Sauerstoff versorgt werden können.

2. Quallen können so lang wie Blauwale werden

Lion's mane jellyfish

Die mit Abstand größte Qualle der Welt ist die Gelbe Haarqualle. Der Körper dieser atemberaubender Qualle kann bis zu 3 Meter groß werden. Das reicht natürlich nicht um sich mit den größten Tier unseres Planeten zu messen, doch ihre 12.000 Tentakeln können bis zu 36,5 Meter lang werden.

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3. Quallen sind mit die gefährlichsten Tiere der Welt

Alle Quallen sind in der Regel giftig, aber die Stärke ihrer Stiche kann je nach Art sehr unterschiedlich sein. Die giftigste Qualle der Welt ist wahrscheinlich die Ohrenqualle, die in der Lage ist, einen erwachsenen Menschen mit einem einzigen Stich in nur ein paar Minuten zu töten. Jede Ohrenqualle trägt Berichten zufolge genug Gift in sich, um mehr als 60 Menschen zu töten. Erschwerend kommt hinzu, dass ihre Stiche unerträglich schmerzhaft sind – es heißt, dass der Schmerz einen eher töten kann als das Gift.

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4. In manchen Ländern gelten sie als Delikatesse

Bei uns im Westen wird man sie wohl kaum in Restaurants oder Supermärkten finden, aber Quallen sind essbar und werden mancherorts als Delikatesse angesehen. Zum Beispiel in Japan und Korea. In Japan werden sogar Süßigkeiten aus Quallen hergestellt. Ein süßes und salziges Karamell aus Zucker, Stärkesirup und Quallenpulver wurde von Studenten hergestellt, um die Quallen zu verwerten, die dort oft die Gewässer plagen.

5. Eine Quallenart ist unsterblich

Dieser Fakt ist wohl am Spannendsten: Es gibt eine Quallenart, die einfach nicht sterben kann. Sie heißt die Turritopsis dohrnii oder auch die Unsterbliche Qualle. Wenn sie altert, verletzt wird oder am Verhungern ist, kann sie sich in einzelne „Baby“-Quallen, sogenannte Polypen, zurück verwandeln. Somit kann sie sich einfach klonen und zu einer neuen Quallen heranwachsen, die genetisch identisch mit der ersten ist.

6. Manche Quallen können sehen

Wenn man sich Quallen ganz genau ansieht, erkennt man kleine Organe am Kopf, die sogenannten Rhopalia. Sie enthalten die Sinnesstrukturen der Qualle: nicht nur Lichtorgane, sondern auch ein Gleichgewichtsorgan, einen Strömungssensor und chemische Rezeptoren. Ohrenquallen haben vier Rhopalien mit je 6 Augen, also insgesamt 24. Acht davon haben eine voll funktionsfähige Linse, eine Netzhaut und eine Iris, die sich wie bei uns öffnet und schließt, wenn es heller und dunkler wird.

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7. Quallen waren schon im Weltall

Obwohl Quallen eigentlich schon wie Aliens aussehen, gehören sie mehr zur Erde, als wir Menschen. Dennoch waren sie schon im Weltraum. Die NASA hat bereits Anfang der 1990er Jahre damit begonnen, Quallen an Bord der Raumfähre Columbia ins All zu schicken, um zu testen, wie sie in der Schwerelosigkeit zurechtkommen würden. Der Grund? Interessanterweise sind sowohl Menschen als auch Quallen auf spezielle schwerkraftempfindliche Kalziumkristalle angewiesen, um sich zu orientieren. (Diese Kristalle befinden sich beim Menschen im Innenohr und bei den Quallen am unteren Rand des pilzförmigen Körpers). Wenn man also untersucht, wie Quallen im Weltraum zurechtkommen, kann man Rückschlüsse daraus ziehen, wie es einem Menschen ergehen würde.

8. Sie vermehren sich rasant

Eine alarmierende Tatsache ist, dass Quallen sich extrem schnell vermehren können und das schon gefährliche Ausmaße angenommen hat. Quallen verursachten einen massiven Stromausfall auf den Philippinen, als sie in die Kühlrohre eines Kraftwerks gesaugt wurden. Oder ein Quallenschwarm, der 12 Quadratkilometer groß war fiel über eine Lachsfarm her und tötete 100.000 Fische.

Wissenschaftler glauben, dass die Quallenpopulationen so rasant wachsen, da sich das Meerwasser erwärmt und saurer wird. Ein weiterer Faktor ist die abnehmende Population von Quallenräubern, wie Haie, Schildkröten oder Robben.

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9. Quallen gibt es überall auf der Welt

Quallen sind in jedem Ozean in jeder Ecke des Planeten zu finden, von den kältesten eisigen Gewässern der arktischen Ozeane bis hin zu den warmen, gemäßigten Gewässern der tropischen Meere.

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10. Viele Tierarten sind von Quallen als Nahrung abhängig

Trotz ihrer giftigen Abwehrkräfte sind Quallen eine wichtige Nahrungsquelle für viele weitere Tierarten. Thunfische, Haie, Schwertfische, Meeresschildkröten und sogar einige Lachsarten sind natürliche Feinde der Quallen und fressen sie liebend gerne.